Alpine

Anfang der 1990er erkannten Renault Fans ihre Marke kaum wieder. Vorbei die Zeit der Ziffernherrschaft mit nüchternen Zahlencodes von R25 bis R5, stattdessen waren Emotionen und Kreativität bei Karosseriekonzepten und Modellnamen angesagt. So wie beim charmanten Cityflitzer Clio, der anfangs vor allem als Frauenverführer für Furore sorgte. Beim Modellnamen bezog sich der in fröhlichen Farben und rundlichen Formen gehaltene Renault auf die olympische Muse Clio aus der griechischen Mythologie. Und da die göttliche Clio für die Heldendichtung zuständig war, verpasste das Renault-Marketing dem modernen Nachfolger des altgedienten R5 eine kreative Herkunft „Made in Paradise“. Inklusive züngelnder Stoffschlange auf dem Beifahrerplatz, die im Kopfkino der Kleinwagenkäuferinnen den Werbespot präsent halten sollte.
Auf dem Festival Automobile International (FAI) hat der sportliche Renault-Ableger Alpine sein bislang einziges Modell, das Sportcoupé A110, in einer angecrossten Version mit Namenszusatz SportsX vorgestellt. Mit dem Einzelstück wollen die Franzosen an die einstigen Rallye-Erfolge der Marke in den 70er-Jahren erinnern. Möglicherweise ist das Fahrzeug zugleich ein dezenter Hinweis auf ein offiziell bislang unbestätigtes SUV-Modell von Alpine.
Mit der Macht eines schnell wachsenden Mammutbaumes drang die Mercedes G-Klasse vor 40 Jahren in die Gruppe uralter Gelände-Legenden wie Land Rover oder Jeep. Geschnitzt als grober Klotz, aber stets mit neuster Offroadtechnik unter der kantigen Form, gilt der G als Stilikone unter den raubeinigen Allradlern.

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Endlich ging es rasant aufwärts. Vor 60 Jahren war die Nachkriegstristesse Vergangenheit, das Wirtschaftswunder gab den Takt vor und erste bezahlbare Volksautos vermittelten den Europäern ein bis dahin ungekanntes Freiheitsgefühl. Den Forschern und Technikern schien plötzlich alles möglich, versinnbildlicht durch futuristische Dreamcars mit Atomantrieb und das neue architektonische Wahrzeichen von Brüssel: Unter dem Atomium präsentierte die Weltausstellung 1958 die wundersamen Entwicklungen des Atomzeitalters, für Kinder gab es sogar Mini-Kernkraftwerke zum Selberbauen. Ungeachtet erster Proteste wurde die Kernspaltung gefeiert als unerschöpflicher Energieträger, wie in jenem Jahr das atomar angetriebene U-Boot Nautilus mit einer Nordpol-Unterquerung demonstrierte. Dazu passte auch der phantastisch anmutende Ford Nucleon, der mit Kernreaktor und Kernbrennstoff eine Reichweite von 8.000 Kilometern versprach oder die Cityflitzer Atom und Atomata – vorgestellt auf dem Automobilsalon unter dem Atomium. Aber Brüssel vereinte noch mehr automobile Technologien der Moderne: Turbinen, Kreiskolbenantriebe, Kunststoffkarosserien, Downsizing-Motoren und Designtrends, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Fast schien es, als würde das Auto neu erfunden. Weshalb die amerikanische Presse für die westeuropäische Ingenieurskunst des Atomzeitalters einen neuen Begriff prägte: „High Technology“.