Motorsport

Der zehnte Tag hatte es mal wieder in sich. Vielleicht sogar vorentscheidend. Ein Rundkurs um die wachsende Wüstenstadt Neom. Die in Zukunft die nördliche Kapitale der saudischen Halbinsel werden soll: 130 Kilometer lang, keine Straßen, alles nach hypermodernem städtebaulichem Konzept. Zwischen Wüste und Meer. Der zehnte Tag, eigentlich idyllisch. Aber mit tückischen Passagen auf den 465 Kilometern an Wertungsprüfungen.
Es kam, wie es allgemein nicht anders zu erwarten war und wie es eigentlich kommen musste: Die Corona-Pandemie hat auch zu Beginn des neuen Jahres die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1, weiter fest im Griff. Noch bevor sich das erste Rad gedreht und zum ersten Mal ein Motor überhaupt angelassen wurde. Wie schon im vergangenen Jahr wird auch 2021 nichts aus dem geplanten Saisonstart auf dem fünften Kontinent.
Die dritte Etappe war ein Rundkurs um Wadi Al Dawasir mit 403 gewerteten Kilometern. Wer auf dieser Tagesschicht richtig schnell sein wollte, musste schon 3, 5 Stunden schuften, um die äußerst schwierige Passage zu schaffen. Das erreichten nur Nasser Al-Attiyah auf dem Toyota Gazoo, dessen Teamkollege Henk Lategan, „Rookie“ und zweifacher SACCS-Gewinner in Südafrika, die nahezu zeitgleich ins Ziel fegten. Das war mehr als nur eine Überraschung.
Bahrein Raid Xtreme (BRX) nennt sich ein offensichtlich finanziell gut im Futter stehendes Motorsportteam aus Bahrein. Erst verbreitete es die Mär vom elektrischen Rallye-Renner, der spätestens 2023 auf der arabischen Halbinsel die Konkurrenz aufmischen sollte und stellte noch kurz vor Weihnachten einen Dummy in Ha’il vor. Wenige Tage später, kaum war diese Meldung über viele Agentur-Ticker in die Welt geschickt, streute man dort das Gerücht, Sébastien Loeb und Nani Roma nähmen an der Dakar 2021 teil, aber als Helfer und Retter in zwei Land Rover Defender der neuen Bauart, mit fetten Motoren. Aber eben außer Konkurrenz, da sie viel Gepäck für medizinische und technische Versorgung aller Teilnehmer mitschleppen würden und eben nur helfen sollten. Kaum war auch diese Meldung in die Welt gepustet, wurde es richtig still um die Projekte.
Eigentlich war ja abzusehen, dass sich der Mitfavorit Nasser Al-Attiyah nicht freiwillig von den beiden MINI-Buggys des X-raid- Teams vorführen lassen wollte. So schaltete er nach einer entsprechenden „Ansprache“ seines Teamchefs Glyn Hall am Vorabend nun in den höheren Gang. Doch flogen Sainz und Peterhansel im Gleichschritt und steten Führungswechseln nach vorne, um den Tagessieg unter sich auszumachen, diesmal mit Sainz im Vorteil um wenige Sekunden. Der Rest des Feldes hechelte hinterher und rettete sich mehr oder weniger erfolgreich ins Biwak von Wadi Al Dawasir.