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Ob als Edition „Boulevard“, „Betty Barclay“, „Shopping“, „Laura Ashley“ oder „Peppermint“, mit den entsprechenden Sondermodellen des Polo II waren die Damen gewissermaßen ebenso gut angezogen wie mit den neuesten automobilen Kreationen aus Frankreich, wie ein Blick in die Zulassungsrankings zeigte. Sogar der freche Preisbrecher Polo Fox lockte ab 1984 mit den frischen poppigen Farben Türkisblau und Saimagrün. Dazu gab es 34 kW/45 PS. Fertig war ein automobiler Liebling für Fahranfänger, der sich damals sogar besser verkaufte als die Kult-Oldies Mini, R4 und 2 CV sowie japanische Kleinwagen wie Daihatsu Charade , Nissan Micra und Toyota Starlet.
Genau genommen war das vor 50 Jahren nicht mehr als eine gründliche Modellpflege des damals bereits „antiken“ Kult-Coupés P1800 mit verchromten Heckflossen, so wie sie in den 1950er Jahren angesagt waren. Volvo-Chefdesigner Jan Wilsgaard gelang es jedoch, die Flossen zu miniaturisieren und so schwungvoll zu inszenieren, dass diese den 1800 ES im Zusammenspiel mit einem neu kreierten flachen Kombiheck und lang gestreckten hinteren Seitenfenstern schon im Stand schnell aussehen ließen.
Waren es in den 1950ern die gefragten Winzlinge wie Isetta und 600 sowie die von Michelotti eingekleidete 700-Familie, mit denen BMW die Verluste durch die wenig populären Prachtkarossen BMW 501/502 ein klein wenig kompensierte, gelang den Münchnern der nachhaltige Neustart aus ihrer desaströsen Finanzlage mit den Vierzylindern der „Neue-Klasse-Familie“. Den sensationellen Erfolgsträger, der sich hinter den simplen Typencodes BMW 1500 (ab 1961), 1800 (ab 1963), 1600 (ab 1964) und 2000 (ab 1966) verbarg, feierten die Bayern 1972 mit der Eröffnung ihrer 101 Meter hohen Firmenzentrale, die in „Vierzylinder“-Architektur zu den Wahrzeichen von München avancierte.
Am Ende des nasskalten Sommers 1981 ließ Porsche für die Cabrio-Community eine strahlende Sonne aufgehen: Nach 18-jähriger Produktionszeit präsentierte sich der Porsche 911 erstmals als vollkommen offene Versuchung. Zwar war das bügelfreie, in edlem Perlmuttweiß-Metallic lackierte Cabriolet mit der breiten Karosserie und Technik des Porsche Turbo – plus Allradantrieb – ein Prototyp, aber diese Studie avancierte zum Superstar der Frankfurter IAA 1981. Dort debütierten nicht weniger als 25 sportliche Leistungsträger vom wahnwitzig schnellen Ferrari des Tuners Koenig Special über Wankel-Sportler wie dem nachgeschärften Mazda RX-7 bis hin zum dicht umlagerten Porsche 944 mit Drehmoment-gewaltigem Vierzylinder. Aber es war der auf nacktem Betonboden vollkommen unglamourös ausgestellte offene Elfer mit weißen Ledersitzen, auf denen die schwungvolle Signatur von Ferry Porsche prangte, der die Augen von Fachpublikum und Frischluftfanatikern zum Glänzen brachte. Platz nehmen in diesem Publikumsliebling durften nur wenige, schließlich war das erste 911 Cabrio eine Studie, aber als Fotomotiv war dieser Porsche absoluter Favorit. Dazu gab es gleich dreifachen Grund: Das 4×4-Cabrio galt als Bekenntnis zur Fortführung des ikonischen 911, dessen Zukunft durch den Gran Turismo 928 kurzzeitig in Frage gestellt worden war, vor allem aber als Versprechen auf in Serie gebaute Sonnenstürmer – erstmals mit Allradantrieb.
Mehr als 5.000 Medienvertreter und Wirtschaftsführer waren im September 1991 nach Versailles und Paris eingeladen, um die Präsentation des Bugatti EB 110 als dem damals schnellsten, stärksten und teuersten Hypersportwagen bisher zu erleben. Der italienische Automobilunternehmer Romano Artioli verwirklichte sich so seinen Jugendtraum, die 1952 untergegangene Marke Bugatti mit einem Paukenschlag wiederzubeleben und den neuen EB exakt zum 110. Geburtstag des schon 1947 verstorbenen Namenspatrons an den Start zu bringen.